Was ist die Bildungsbrücke

BILDUNG ist Armutsbekämpfung

Wir wollen, dass alle Kinder und Jugendlichen in unserem Stadtteil die Schule und den bestmöglichen Abschluss schaffen. Dies ist mit Geld allein nicht zu erreichen - aber Geld kann einen Beitrag leisten.


Laut einer Übersicht des Deutschen Kinderschutzbundes leben hier zu Lande 2,5 Millionen Kinder in Armut - in Bremen ist etwa jedes dritte Kind betroffen. Diese Kinder und Jugendlichen werden in zunehmendem Maße zu "Bildungsverlierern". Familien mit geringem Einkommen ist es aufgrund ihrer finanziellen Notlage oft nicht möglich, ihre Kinder mit dem erforderlichen Schulbedarf auszustatten.

Denn die „Nebenkosten“ schulischer Bildung können sehr ins Geld gehen: Zuzahlungen zu Klassenfahrten und Sprachreisen sowie zum Mittagessen oder aber zusätzliche Bücher und Sportkleidung sind aus dem Regelsatz von „Hartz IV“ kaum zu bezahlen.

Die schulischen Nebenkosten sind so vielfältig, dass sie durch das „Bildungspaket“ nicht vollständig erfasst werden. Erschwerend kommt hinzu, dass in weiten Teilen nicht zu Ende gedacht wurde: Was nützt die Förderung des Musikunterrichtes, wenn die Eltern das Musikinstrument nicht finanzieren können? Förderung durch Nachhilfe nur gewährt wird, wenn die Versetzung gefährdet ist, nicht aber bei Vorliegen einer Lese-Rechtschreibschwäche oder zur Erreichung einer höheren Schulform?


Weiterhin sind die Beträge viel zu gering bemessen. „Stollenschuhe für draußen, Turnschuhe für die Halle, Stulpen, Schienbeinschoner und der Trainingsanzug – da kommen schnell 100 Euro zusammen. Und was ist mit den Kindern, die nicht Fußball spielen und keine Nachhilfe brauchen? Es muss auch möglich sein, die monatlichen 10 Euro auf vielfältigere Weise zu verwenden. Teilhabe ist doch mehr als ein Vereinsbeitrag! Gänzlich zu kurz kam auch hier wieder der Bedarf an Ferienbetreuung. Welche allein erziehende Mutter kann schon 6 Wochen Urlaub nehmen?

Doch gerade die Gruppe derer, die mit ihrem Einkommen knapp über der Hartz-IV Bemessungsgrundlage liegen, und keine finanziellen Hilfen erhalten, sind nach wie vor die Verlierer dieser Politik, denn sie haben keinen Anspruch auf Unterstützung.

BILDUNGSARMUT - Klassenziel wegen fehlender Mittel nicht erreicht.

Beim Wechsel in weiterführende Schulen erhöhen sich die laufenden Kosten durch noch anspruchsvollere Schulmaterialien um ein Vielfaches. So wird ein Teil der Jugend faktisch von einer chancengleichen Teilhabe an Bildung ausgeschlossen.


Oftmals schämen sich Kinder für ihre Armut, tragen schwer an ihren Herkunftsbedingungen und verlieren den Mut. Das deutsche Schulsystem ist nicht in der Lage, diese soziale Ungleichheit zu beseitigen. Das Recht auf chancengleiche Teilhabe an Bildung muss tatsächlich für jedes Kind sicher gestellt sein.

Aus diesem Grund haben wir für Bremens Östliche Vorstadt ein Netzwerk gegründet, das Kindern aus armen Familien helfen soll, die schulischen Nebenkosten zu schultern.

BILDUNG ALS LUXUS? Sie darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein!

Bürgerinnen und Bürger aus dem „Viertel“ sowie Vertreterinnen aus Kirchen, Ortsamt, Schulen, dem Amt für Soziale Dienste sowie der Elternschaft machen sich gemeinsam stark.


Es werden Stipendien jeweils für ein Schuljahr vergeben. Verteilt werden die Gelder von einem Vertrauensrat. Zu ihm gehören: die Evangelische Friedensgemeinde, das „Haus der Familie“, der Beirat Östliche Vorstadt, die Weserterrassen-Stiftung sowie gewählte Einzelpersonen.

Wir wollen Kinder und Jugendliche unterstützen, die trotz schmalem Geldbeutel anpacken und durchhalten. Eine Strategie zur Bekämpfung von Armut muss an vielen Stellen ansetzen.